Artikel: Den Richtigen ETF Finden

Den Richtigen ETF Finden Guanshe

Im Teil 1 haben wir dir geschildert, was man unter ETFs überhaupt versteht und wie diese aufgebaut sind.

Wie findet man unter einer riesigen Auswahl an ETFs den für einen passenden ETF? 

Dazu solltest du folgende Auswahlkriterien heranziehen: 

In welchen Märkten möchtest du dein Geld anlegen?

Möchtest du dein Geld nur in deutsche Unternehmen anlegen, so wäre das in einem DAX-ETF. Wesentlich breit gestreuter und somit weniger schwankungsanfällig wären ETFs mit Indizes wie beispielsweise dem Stoxx Europe 600MSCI Europe, dem MSCI World oder dem MSCI All Country World Index (ACWI). Bei diesen Indizes ist dein Geld in Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Ländern verteilt.

Oder du legst Wert darauf, dass du nicht in Unternehmen aus Branchen wie Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Waffen, Atomkraft, Pornografie, Gentechnik investierst, dann könnte z.B. der nachhaltige ETF-Index SCI World Socially Responsible Index (SRI) interessant für dich sein.

Möchtest du die Dividende ausgezahlt bekommen oder wieder anlegen?

Bei ETFs gibt es wie bei Aktien Erträge in Form von Dividenden. Wenn du diese separat ausgezahlt bekommen möchtest, dann solltest du dich für ausschüttende ETFs entscheiden. (Oft auch “distributing” genannt).

Wenn du die Dividende nutzen möchtest, um deine Geldanlage weiter aufzubauen, dann wären thesaurierende ETFs geeignet. (Auch “accumulating” genannt). Bei dieser Art wird die Dividende direkt wieder in deine Fondsanteile angelegt, womit der Wert deiner Anlage steigt. 

Mehr Informationen über Geldanlagen und Sondervermögen findest du auch bei geldfreundinnen www.geldfreundinnen.de

Wie soll der ETF den Index nachbilden?

Bei physisch replizierenden ETFs kauft der Fondsanbieter eines ETFs sämtliche Wertpapiere/Aktien in das Portfolio in genau derselben Gewichtung wie sie in dem entsprechenden Index (z.B. des DAX oder MSCI World) vorhanden sind. Vielen Privatanlegern ist diese Art lieber, da sie verständlicher ist, denn man weiß was man einkauft – nämlich die Aktien, die im Index enthaltenen sind.

Synthetische ETFs basieren dagegen auf einem Tauschgeschäft von Wertpapieren. Sie besitzen in der Regel bekannte Aktien, wie z.B. die des DAX, jedoch nicht genau die im Index vorhandenen. 

Möchtest du ETFs über Einmalzahlungen kaufen oder lieber monatlich ansparen?

Wie bei Aktien kannst du auch von einem ETF gleich mehrere Anteile eines ETFs kaufen.  

Beispiel: 

Der (Geld)Kurs des ETFs XYZ liegt bei 113,16 Euro. Du hast 2.000 Euro zur Verfügung. Du könntest dann also 17 Anteile dieses ETFs für 1.923,72 Euro kaufen. Beachte, dass je nach Bank oder Onlinebroker noch Gebühren in unterschiedlicher Höhe dazukommen. 

Möchtest du aber lieber monatlich etwas Geld auf die Seite legen, so kann man dies über einen Sparplan tun. 

Beispiel:

Der ETF XYZ bietet die Möglichkeit des Sparplans. Du möchtest monatlich 70 Euro ansparen. Je nach Bank oder Onlinebroker kannst du wählen, zu welchem Zeitpunkt der monatliche Spartermin sein soll (zum 1. jeden Monats / zum 15. jeden Monats etc). Zusätzlich kannst du optional auch festlegen, ob die Sparrate jedes Jahr automatisch um x% ansteigen soll (“dynamisch”) und falls gewünscht, kannst du auch gleichzeitig eine Einmalzahlung in diesen ETF leisten.

Auch hier sind die Gebühren der jeweiligen Bank oder des Onlinebrokers zu beachten, die dann von deiner Sparrate abgezogen werden.

Bei den meisten Banken kann man ab 50 Euro in einen Sparplan Geld ansparen, bei manchen sogar bereits schon ab 25 Euro.

Wer lieber monatlich einen Betrag sparen und diesen in einen ETF-Sparplan anlegen möchte, sollte beachten, dass das Angebot an Sparplänen wesentlich überschaubarer ist, denn nur wenige ETFs bieten die Möglichkeit eines Sparplans an.

Zudem haben die Banken und Onlinebroker ein unterschiedliches Angebot hinsichtlich der Anzahl an ETF-Sparplänen im Programm, welches von unter 100 bis zu 700 Sparplänen reicht.

Wer sich speziell für Sparpläne interessiert, sollte dies unbedingt berücksichtigen und sich besser vor der Eröffnung eines Wertpapierdepots erkundigen, ob und welche Sparpläne es dort gibt. 

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Wer in ETFs investieren möchte, egal ob über größere Beträge oder über einen Sparplan, dem sollte bewusst sein, dass dies nur über einen längeren Zeitraum Sinn macht. In der Regel sollte man die ETFs mindestens 10 bis 15 Jahre halten, denn je länger man sie hat, desto höher sind die Renditechancen.

Natürlich kommt man bei Bedarf jederzeit an sein Geld und kann seine ETF-Anteile wieder verkaufen.

Die Kurse der ETFs werden immer wieder mal schwanken, vielleicht auch einmal ins Minus rutschen, Risiken gleichen sich jedoch in der Regel über die Zeit aus. Ein Risiko wie bei fast allen Geldanlagen, besteht jedoch immer.

Wer mit ETFs startet, sollte am besten auf die breit gestreuten Indizes setzen.

Noch einmal zusammengefasst, sollte man also folgende Auswahlkriterien bei der Wahl eines ETFs berücksichtigen:

  • in welche Märkte möchte ich investieren, sprich in welchen Index
  • Dividende ausschüttend oder wiederanlegend (thesaurierend)
  • Nachbildung physisch oder synthetisch
  • größere einmalige Zahlungen oder monatlich ansparen 

Auf der Seite der Xetra findest du unter dem Reiter “Exchange Traded Funds (ETFs)” eine Liste zum Download (“Stammdaten”) mit einer Übersicht über alle handelbaren ETFs.

Des Weiteren gibt es dort auch einige pdf-Dokumente mit konkreten Zahlen & Fakten zu ETFs.

(Xetra steht für Exchange Electronic Trading und ist das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse in Frankfurt.) 

Bei Onlinebrokern oder auch Banken, die ein Wertpapierdepot anbieten, kann man wie z.B. bei der ING-DiBa gezielt nach ETFs suchen und sich das Profil eines ETFs anzeigen lassen hinsichtlich Zusammensetzung der Branchen, Unternehmen und Länder sowie wie der Kursentwicklung über einen bestimmten Zeitraum, dessen Performance hinsichtlich der Rendite, der Bewertung und vielen weiteren Details. 

Bevor man ETFs kauft, sollte man sich unbedingt Zeit nehmen, um den oder die für einen richtigen ETFs herauszufiltern. Das mag vielleicht etwas aufwendig sein, aber man sollte hierfür auf jeden Fall etwas Zeit investieren. Hat man die ETFs dann einmal gekauft, braucht man sich im Grunde erst mal nicht weiter um sie kümmern und lässt sie ruhen.

Wie kannst du mit ETFs ganz ohne Risiko starten?

Das Zauberwort dafür ist die “Watchlist”. 

Eine Watchlist ist eine Art Beobachtungsliste. Auf dieser Liste kannst du ETFs anhand deren WKN oder ISIN-Nummer speichern und deren Entwicklung beobachten bevor du sie kaufst.

Auf der Website der ING-DiBa findet man die Option Watchlist  z.B. unter dem Reiter “Investieren” und kann sie dort anlegen. Unter diesem Reiter hast du auch eine Suchoption nach ETFs mit mehreren Auswahlkriterien.

Du hast zudem die Möglichkeit mehrere Listen anzulegen, so könntest Du beispielsweise eine Liste mit mehreren ETFs aus dem Index MSCI World oder Stoxx Europe 600 oder anderen erstellen oder später eine Liste mit deinen Top-Favoriten. Es wird immer der Kurs des ETFs festgehalten, den er zum Zeitpunkt des Abspeicherns auf der Liste hatte. Dieser stellt den Beobachtungskurs oder -wert dar. Dieser Wert wird dann stets mit dem aktuellen Preis / Wert (= der Kurs des ETFs) verglichen und du kannst so auf einen Blick sehen, wie sich ein bestimmter ETF entwickelt. 

Bei Klick auf einen ETF erhältst du sämtliche Details zu diesem ETF (wie bereits etwas weiter oben beschrieben).

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Für wen ETFs oder Wertpapiere allgemein Neuland sind und wer sich auch noch nicht so ganz sicher über eine Anlage ist, für den ist eine Watchlist ein empfehlenswertes Instrument, um sich erst einmal mit dieser Anlageart vertraut zu machen.

Man kann sich so eine Liste zusammenstellen und sich die Werte z.B. einmal täglich oder wöchentlich über einen Zeitraum von etwa 3 oder 6 Monaten ansehen oder so wie es sich für einen richtig anfühlt. Man wird beobachten, dass vielleicht der ein oder andere ETF innerhalb dieser Zeit im Vergleich zum Beobachtungswert im Kurs deutlich angestiegen ist oder im Gegenteil, drastisch gefallen ist.

Hat sich ein ETF in dieser Zeit positiv entwickelt, ist das natürlich kein Garant dafür, dass er auch in Zukunft weiterhin gut performen wird. Dafür ist der Zeitraum zu gering und nicht repräsentativ, zudem sind Wertpapiere nun mal Risiken ausgesetzt und immer mal im Kurs fallen und steigen können.  

Bei dem Instrument der Watchlist geht es vor allem darum, dass man ein Gefühl dafür bekommt und sich dann entscheiden kann, ob diese Art der Anlage etwas für einen ist oder doch eher nicht. 

Wenn du dann schliesslich loslegen und in ETFs investieren möchtest, benötigst du dafür ein Wertpapierdepot. Dazu wird es in Kürze einen weiteren Artikelbeitrag auf guanshe geben! 

Solltest du dich dann letztendlich für eine Anlage in ETFs entschieden haben, vergiss nicht, einen Freistellungsauftrag für den Sparer-Pauschbetrag einzurichten, denn auf Dividenden und Kapitalerträge müssen Steuern gezahlt werden. 

Hast du vielleicht selbst schon Erfahrungen mit ETFs gemacht? Dann nutze die Kommentarfunktion und gib uns dein Feedback dazu!

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Hinweis:

Die Informationen und Hinweise in diesem Artikel stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar, sondern dienen rein informativen Zwecken. Sie wurden nach besten Wissen und Gewissen aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengestellt, eine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann nicht übernommen werden. Solltest du etwaige Ratschläge aus diesem Artikel befolgen, so handelst du eigenverantwortlich.

Foto: pixel2013/pixabay

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